Kannenstieg-Kinder freuen sich auf „neue“ Schule

Umbau des Schulkomplexes für 3,4 Millionen Euro / Planetarium und Sternwarte bald unter einem Dach

Die Sanierung der Sporthalle ist bereits in vollem Gange, der große Umbau der Grundschule „Am Kannenstieg“ soll im Mai in die heiße Phase gehen: „Es bewegt sich was, der Kannenstieg kann sich auf ein schönes Kinder-Bildungszentrum freuen“, sagt Schulleiterin Cornelia Schade.

Schulkinder der GS Kannenstieg. Foto: R. Richter

Jonathan Imowronski, Jaime Dorau, Jessica Hintze, Florian Herold, Jessica Pohl und Celine Metzner besuchen die Grundschule „Am Kannenstieg“. Der Schulkomplex (im Hintergrund) wird komplett umgestaltet. Foto: R. Richter

„Unser Schulstandort hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Kinderzentrum entwickelt“, erklärt Cornelia Schade. „Unter dem Dach der Grundschule befinden sich neben dem Hort weitere beliebte Einrichtungen wie das Astronomische Zentrum mit dem Planetarium der Stadt Magdeburg, das Verkehrssicherheitszentrum der Landeshauptstadt und die Werkstatt des Vereins ,Kinderfilmstudio Magdeburg‘. Tausende Mädchen und Jungen erleben jährlich spannende und erlebnisreiche Mitmachstunden.“

Auch baulich soll der Komplex an der Pablo-Picasso-Straße in eine malerische Zukunft gehen. Das Sanierungskonzept sieht unter anderem die Überdachung des Innenhofes und den Bau einer großen Aula in dem dadurch entstehenden Atrium vor. Damit erhält die Schule einen Mittelund Bezugspunkt, um den herum sich die Nutzungsbereiche anordnen. Durch den Einbau von Verbindungsstegen im 1. und 2. Obergeschoss des Atriums verbessern sich die Erschließung der Nutzungsbereiche und die Fluchtwegsituation. Die Klassenräume und Fachkabinette werden saniert und teilweise neu geordnet, das Planetarium bleibt erhalten und bekommt einen Fachunterrichtsraum zugeordnet.

Auch das Kinder- und Jugendfilmstudio bleibt an seinem bisherigen Standort, ebenso die Räume des Verkehrsübungszentrums. Neu eingerichtet werden im Rahmen der Baumaßnahmen der Fachunterrichtsraum „Gesunde Schule“ sowie ein Entspannungs- und Leseraum. Die Horträume sind auch nach der Sanierung im Erdgeschoss des Südflügels zu finden. Auf Hochtouren laufen die Bauarbeiten bereits in der Sporthalle. Diese erhält einen neuen Sportboden, eine Prallwand und Geräteraumtore, ein Wärmedämmverbundsystem sowie eine neue Beleuchtung und Hallenverglasung. Zu den geplanten Maßnahmen an den Außenanlagen gehören zum Beispiel die Neugestaltung des Schulhofs zwischen Schule und Sporthalle und die Errichtung eines grünen Klassenzimmers in Form eines großen Schachfeldes.

Für das Schulgebäude wurde kürzlich die Baugenehmigung erteilt. Im Mai sollen Entkernungsarbeiten beginnen.

Froh ist Schulleiterin Schade auch über das klare Bekenntnis des Stadtrates zum Kannenstieg als Standort der Sternwarte. Diese soll neben dem Planetarium künftig auch außerhalb der Schulzeit Besucher in das Astronomische Zentrum locken. „Dazu haben engagierte Magdeburger einen Verein gegründet, den Freundeskreis Astronomisches Zentrum“, erklärt Cornelia Schade. Und um die Arbeit des Planetariums auch während der Umbauzeit am Leben zu erhalten, machten sich Verein und Lehrerschaft dafür stark, dass der Unterricht in einem eigens ausgestatteten Multimediaraum abgehalten werden kann, bis die Kuppel auf dem Dach der Grundschule „Am Kannenstieg“ wieder freigeben wird. Die Sternbilder werden vorübergehend an eine weiße Wand projiziert.

„Zurzeit müssen sich unsere 207 Schüler und die anderen Kinder, die unser Zentrum besuchen, bedingt durch den Umbau einschränken. Doch das neue Kinder-Bildungszentrum wird alle begeistern“, ist sich Cornelia Schade sicher.

Hintergrund

Zu den einzelnen Baumaßnahmen für die Schule gehören u. a. die Sanierung der Gebäudefassade mit einem Wärmedämmverbundsystem, der Austausch aller Fenster und der Treppenhausverglasung, die Erneuerung der Grundleitungen innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes, der Umbau der Sanitäranlagen, die Erneuerung der Haustechnik, die komplette Vernetzung der Klassen- und Arbeitsräume und die barrierefreie Erschließung.

Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben betragen rund 3,4 Mio. Euro. Mit etwa 2,85 Mio. Euro stammt der größte Teil der Summe aus dem Kulturinvestitionsprogramm des EFRE-Strukturfonds der Europäischen Union, teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Bauarbeiten am Schulstandort werden insgesamt knapp zwei Jahre dauern.

Der Artikel “Kannenstieg-Kinder freuen sich auf ‘neue’ Schule” von Robert Richter ist bereits am 14. März 2012 in der Volksstimme erschienen.